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Wie bauen wir 2020?

Wie bauen wir 2020?35. Fertighaus-Symposion

Wie bauen wir 2020?(v.l.n.r):  Karl Zettl, Knauf Key Account-Manager Erich Benischek, Eigentümer der Blauen Lagune, KR Franz Hartmann, Vertriebsdirektor von Saint-Gobain Isover Austria und Johann Seitinger, steir. Landesrat für Wohnbau und Revitalisierung

35. Fertighaus-Symposion

Der traditionelle Event der Fertighausbranche, das Fertighaus-Symposion, fand heuer vom 06.05. – 08.05.2015 im Schloss Gabelhofen in Fohnsdorf statt. Bei der bereits 35. Auflage, die von den Unternehmen Blaue Lagune, Saint-Gobain Isover Austria und Knauf organisiert wurde, wurde die zentrale Frage gestellt: „Wie bauen wir 2020?“ Spezielle Bereiche der Fertighausindustrie standen im Fokus der diesjährigen Veranstaltung, die von rund 70 Teilnehmern besucht wurde.

Nach der Begrüßung durch Erich Benischek, Geschäftsführer und Gesellschafter der Blauen Lagune, erläuterte DI Architekt Werner Nussmüller seine Sichtweise über die Zukunft des Bauens und Wohnens. „Bauen und Wohnen ist ein Ergebnis von Politik und Wohlstand, von Bedarf und Zeitgeist. Mit einfacher Montier- und Demontierbarkeit im Wohnbau werden wir uns in Zukunft verstärkt beschäftigen müssen“, erläutert der Grazer Architekt.

DI Architekt Adalbert Knapp von Werner Sobek Design präsentierte das Forschungsprojekt B10: Aktivhaus in Stuttgart. So erzeugt das Haus in Stuttgart beispielsweise 100% seines eigenen Energiebedarfs aus Solarenergie. Der Energieüberschuss wird an benachbarte Gebäude abgegeben. „Die genaue Verwaltung von Energie ist hier der entscheidende Punkt“, so der deutsche Architekt. Die Baustelle ist durch die Vorfertigung eigentlich im Werk, das Haus wird am Standort „nur“ montiert. Das Gebäude kann in seine Einzelteile zerlegt und diese können in weiterer Folge recycelt werden.

Der steirische Landesrat für Wohnbau und Revitalisierung, Johann Seitinger, ging in seiner Rede auf die Trends im Bauen in der Steiermark ein. Er gab sich durchaus auch kritisch bezüglich des Raumverbrauches in Österreich: „Wir verbauen in Österreich pro Tag 22 ha Fläche, hier darf schon nachgedacht werden.“

Architekt Roman Delugan von Delugan Meissl Associated Architects streicht die Bedeutung der Kommunikation bei der Umsetzung neuer Konzepte in der Architektur hervor. Für ihn ist Architektur nichts anderes als angewandte Physiologie, wobei der Mensch im Mittelpunkt der Architektur steht. Er zeigte in seinem Vortrag unter anderem eindrucksvolle Beispiele von Hyundai, adidas und Miba.

Container Architektur stand im Fokus vom Vortrag von Prof- Architekt Han Slawik. Er zeigte die Grenzen und Möglichkeiten der modularen Bauweise auf und welche Herausforderungen in den Details stecken. Der deutsche Architekt präsentierte zahlreiche Beispiele der Containerarchitektur, wie beispielsweise ein Studentencampus oder Räumlichkeiten für Straßenkinder.

Architekt Andreas Wenning aus Bremen zeigte zahlreiche und eindrucksvolle Beispiele von Baumhäusern auf, die Einsatzgebiete reichen hier vom Tourismus bis hin zu Familienrückzugsgebieten. Wenning, der sein erstes Baumhaus 2003 erbaut hat, hob den hohen Vorfertigungsgrad dieser Bauart hervor.

Die anschließende lebhafte Diskussionsrunde mit den Referenten bildete den Abschluss des heurigen Fertighaus-Symposions. Diese zeigte auch auf, dass es keine eindeutige Antwort auf die Hauptfrage der heurigen Veranstaltung gibt. Am nächsten Tag fand die jährliche Generalversammlung des Österreichischen Fertighausverbandes (ÖFV) statt.